Förderkreis Hasefriedhof - Johannisfriedhof e.V.

Friedhöfe

Die Geschichte von Hasefriedhof und Johannisfriedhof

Von 1807 bis 1813 gehörte Osnabrück zum Königreich Westfalen, welches von dem jüngsten Bruder Napoleons, Jérome Bonaparte, geführt wurde. Schon 1804, in seinem Krönungsjahr, erließ Napoleon das Dekret über das Bestattungswesen, welches unter anderem die Bestattung innerhalb der Stadtmauern untersagte und auch in Osnabrück ab dem 1. April 1808 galt. Davor wurde um und in den Kirchen, um die Hospize oder Krankenhäuser bestattet. Dies führte Anfang des 19. Jahrhunderts zu Platzmangel und hygienischen Missständen. 1808 wurden daraufhin der Hasefriedhof im Norden (Todtenhof vor dem Hasetore) und der Johannisfriedhof im Süden (Todtenhof vor dem Johannistore) gegründet.

Die heute denkmalgeschützten Friedhöfe wurden nach und nach, Abteilung für Abteilung, erschlossen. Dies ist auch an den Friedhofsmauern abzulesen, die jede Abteilung ganz umschließen und so eine besondere Atmosphäre schaffen. So wurden für den Hasefriedhof nacheinander sechs Abteilungen auf 10,5 ha gebaut, auf dem Johannisfriedhof fünf Abteilungen auf 6,6 ha. Architektonisch beeindrucken neben den historischen Kapellen insbesondere die Gruftkapellen und andere individuelle Grabdenkmale auf verschiedenen Familiengräbern. Unmittelbar neben dem Johannisfriedhof liegt der jüdische Friedhof, der einige noch ältere Grabmale zeigt, die ursprünglich auf dem Vorgängerfriedhof aufgestellt waren.

Besonders interessant für die Stadt Osnabrück ist die auf unzähligen Grabsteinen gespeicherte Stadtgeschichte. In den 187 Jahren, in denen durchgehend auf ihnen beigesetzt wurde, fanden über lange Zeit die meisten Osnabrücker Bürger hier ihre letzte Ruhestätte. Ein intensiver Gang über diese Denkmale bietet die Möglichkeit, viel über wichtige Persönlichkeiten, über Kunst, Kultur, Symbolik, über die Natur und vieles mehr zu erfahren.

ökologisch sind die Friedhöfe wichtig für Klima, Lufthygiene, Biotop- und Artenschutz. Eine große Vielfalt von Brutvogelarten, Fledermäusen und besonderen Moosen konnte durch umfangreiche Kartierungen nachgewiesen werden.

"Es sind in Niedersachsen keine vergleichbaren Beispiele der historischen Friedhofskultur vorhanden, keine andere Anlage besitzt ähnlich wertvolle Substanz in dieser Qualität und Quantität." (Beck 2008).

"Bei keinen anderen Friedhöfen in Niedersachsen [...] lässt sich über einen so langen Zeitraum die Entwicklung der Grabkultur verfolgen." (Beck 2008). "Neben ihrem kulturellen Wert weisen historische Friedhöfe eine hohe ökologische Funktion in klimatischer und lufthygienischer Hinsicht sowie im Sinne des Biotop- und Artenschutzes auf." (KROSIGK 2007).

Weitere Literaturhinweise zu den Friedhöfen:

Der Friedhof als Garten
Anlage und Entwicklung
Herausgeber: Stadt Osnabrück
Text: C.Krumm

1. Vorsitzender: Henning Sannemann
stellvertr. Vors.: Niels Biewer



Südstr. 50
49084 Osnabrück





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Aktualisiert am: 23.05.2014 um 07:57 Uhr
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